30 - 08 - 2019

Was sind Klone?

Fachkundige Beratung

Fraud alert = alerte à la fraude
copyright.picture: Image parGerd Altmann de Pixabay

Klone sind Fälschungen

In Bereich der Drucker und Druckerverbrauchsmaterialien werden illegal, also unter Verletzung der Patentrechte der Hersteller gefertigte Druckerpatronen als „Klone“ bezeichnet. Manche schrecken nicht einmal vor Fälschungen zurück und verwenden das Original-Markenlogo auf der Verpackung.

Diese Methode wird hauptsächlich von einigen Herstellern in Südasien angewendet. In den USA und Europa ist der Verkauf von Klonen untersagt, es treten jedoch immer mehr Fälle auf.

Warum sich der Kauf bzw. Verkauf von gefälschten Druckerpatronen nicht lohnt

 

Einige Zahlen:

Inkjet- und Tonerpatronen (für Laserdrucker) werden immer häufiger gefälscht. „Allein 2012 wurden gefälschte Patronen im Wert von 65 Millionen US-Dollar beschlagnahmt, hauptsächlich in Schwellenländern“ (Quelle: RTBF-Artikel „Contrefaçon: gare aux cartouches d’encre clonées“ vom 30. März 2013).

1. Sachrisiken und Wegfallen der Herstellergarantie

Klone sind von schlechter Qualität. Um Einsparungen zu erzielen, wird bei den Herstellungsverfahren auf Investitionen in F&E, die Einhaltung von Normen sowie Zertifizierungen verzichtet.

Die größte Gefahr stellen Sachschäden dar. Im Extremfall kann dabei der ganze Drucker beschädigt werden, bestenfalls funktionieren nur die Druckerpatronen nicht in dem vom Patent garantierten Umfang. Zudem besteht bei Klonen im Gegensatz zu kompatiblen Druckerpatronen im Problemfall kein Anspruch auf die Herstellergarantie.

Laut einer Umfrage von Forester Consulting (Juni 2012) stellen 70 % der Anwender von gefälschten Druckerpatronen einen Rückgang der Druckqualität fest (1).

2. Klone schaden der Umwelt und der Gesundheit

Da sie illegal sind, können Klone nicht wiederverwendet werden und landen daher unmittelbar in der Müllverbrennungsanlage. „Klone“ werden häufig importiert, ohne die Sicherheits- und Gesundheitsanalysen durchlaufen zu haben, die in Europa zum Standard gehören. So zum Beispiel die REACH-Verordnung („REACH ist eine Verordnung der Europäischen Union, die erlassen wurde, um den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor den Risiken, die durch Chemikalien entstehen können, zu verbessern […]“ - Quelle: ECHA - REACH verstehen ) oder RoHS.

Ebenso ist es bei Fälschungen nicht möglich, Sicherheitsdatenblätter bereitzustellen, die dem Verbraucher zusammen mit der vorschriftsmäßigen Kennzeichnung die Möglichkeit bieten, über Gefahren, die mit den im verwendeten Produkt enthaltenen Chemikalien verbunden sind, sowie die entsprechenden vorbeugenden Maßnahmen informiert zu werden.

Klone können gefährlich hohe Chemikalienwerte enthalten (DecaBDE) (1)

(1) Seit 2008 ist der Inhaltsstoff DecaBDE (Decabromdiphenylether) nach REACH EU-weit in elektronischen Geräten (einschließlich Druckerverbrauchsmaterialien) in einer Konzentration von über 1 000 ppm verboten und in vielen anderen Produkten gänzlich untersagt.

3. Klone verhindern fairen Wettbewerb

Durch die attraktiven Preise der Klone fallen auch ehrliche Hersteller von Qualitätsprodukten wie z. B. aufbereiteten kompatiblen Druckerpatronen dem unlauteren Wettbewerb zum Opfer.

Als Akteur auf dem europäischen Markt müssen die Hersteller ihrerseits nämlich für Kosten und Zwänge aufkommen, welche durch die Einhaltung der europäischen Richtlinien sowie leere Druckerpatronen entstehen (Beachtung von Patent- und Markenschutz, fairer Wettbewerb mit OEMs). Die EEAG schreibt das Prinzip der Rücknahme leerer Druckerpatronen vor für eine ordnungsgemäße Entsorgung derselben bei Erreichen des Produktlebensendes. Sicherheitsstandards wie SDB und REACH gewährleisten die Gesundheit und Sicherheit der Anwender und Beschäftigten, welche die Produkte nutzen. Aufgrund der verschiedenen Etappen, die zur Einhaltung dieser Vorschriften erforderlich sind, kommen die Produkte der Hersteller später auf den Markt als Klone, die keine dieser Etappen durchlaufen.

Einige Akteure gehen in puncto Engagement noch etwas weiter und sind durch die Einhaltung von Umweltschutznormen sowie durch Zertifizierungen in der Lage, Garantieleistungen anzubieten, die über die Herstellergarantie hinausgehen.

Die Hersteller von kompatiblen Druckerpatronen haben sich zusammengeschlossen und die Interessengemeinschaft ETIRA gegründet. Auf diese Art und Weise wollen sie schlechte Praktiken bekämpfen und der Branche der kompatiblen Produkte zu mehr Ansehen verhelfen.